Presseerklärung 14. Mai 2010, M. Töpfer, toepfer@grundschule-egestorf.de
Faire Fußbälle für Bundesligavereine
Grundschüler fordern bessere Arbeitsbedingungen in den Herkunftsländern
Vier norddeutsche Bundesligavereine erhalten in den nächsten Tagen Fußbälle per Post zugestellt. Die Kinder der Grundschule Egestorf haben sie am Freitag abgeschickt, um auf die miserablen Arbeitsverhältnisse aufmerksam machen, unter denen unsere Fußbälle genäht werden. Zuvor haben sie sich mit Aktion Weißes Friedensband, einem Verein, der bundesweit Aktionen organisiert, das Wissen erarbeitet. Die Kinder waren sich schnell einig: Gerade jetzt, unmittelbar vor der Weltmeisterschaft in Südafrika, sollte keiner mehr mit unfair hergestellten Bällen kicken.
Im Film sahen sie, wie Bälle von Kinderhänden genäht wurden und unter welchen Bedingungen die Familien leben müssen. Die Aussichtslosigkeit dieses Lebens empörte die Grundschüler sehr. Zwar haben die vielen Proteste der letzten Jahre dafür gesorgt, dass die meisten Markenbälle nicht mehr von Kinderhänden genäht werden. Die Erwachsenen verdienen aber immer noch so wenig, dass die Kinder arbeiten müssen – nun oft unter schlechteren Arbeitsbedingungen. Dies wurde gerade noch einmal durch einen Spiegel-Artikel bestätigt.
Gerade hat Branchenführer Adidas seine Zahlen veröffentlicht und freut sich jetzt schon auf eine Verdopplung des Gewinns in diesem Jahr. Die anderen Anbieter eifern dem nach. Da scheint kein Platz zu sein für die Menschen, die die Grundlage für diese sagenhaften Gewinne sind und die auch weiterhin leer ausgehen sollen. Eine schreiende Ungerechtigkeit, wie die Kinder in der Grundschule finden.
Sie wollen ein Zeichen setzen und hoffen, dass es von den Erwachsenen hier in Deutschland verstanden wird. Sie wollen wissen, unter welchen Bedingungen die Bälle hergestellt werden, mit denen die norddeutschen Bundesligavereinen kicken. Natürlich hoffen sie darauf, dass die berühmten Fußballer mitmachen, die Bälle signieren um ihre Unterstützung zu zeigen und diese zurückschicken.
Die Bälle sollen dann für ein Hilfsprojekt versteigert werden. Die Schülerinnen und Schüler hoffen, dass sie damit wieder Kindern in Not helfen können, wie schon beim Haitiprojekt.
Sie haben auch gelernt, dass bei fair gehandelte Waren die Familien genug verdienen, so dass die Kinder nicht arbeiten müssen, sonder wie sie selbst zur Schule gehen können.
Denn das steht fest: Keine Schule, keine Freizeit, keine Zukunft – und dagegen wollen die Schülerinnen und Schüler kämpfen.






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